"Aber
jetzt sind wir wieder alle friedlich, sagen uns freundlich guten
Tag, unsere Minister besuchen sich; sie zeigen mir den Weg, ich
drücke
ihnen die Hand, grüße und unterhalte mich, werde ins
Theater begleitet
und führe nette Unterhaltungen über alles
mögliche. Nur über diese eine
Sache nicht. Nur über diese einzige Lebenserfahrung sprechen
die
Menschen fast gar nicht, ungern, zögernd: Ob sie sich morgen
wieder die
Messer in die Köpfe jagen, morgen wieder Granaten (mit
Aufschlagzünder)
in die Wohnstuben schießen, Herrn Haber konsultieren, damit
er ein
neues Gas erfinde, eines, das die Leute, wenn irgend möglich,
Professor, total erblinden läßt...Und
darüber, daß sich morgen alle:
Omnibusschaffner, Métrokontrolleure,
Universitätslehrer und
Milchhändler, in eine tobende und heulende Masse verwandeln,
die nur
den einen Wunsch hat, aus den Berufsgenossen der anderen Seite einen
stinkenden Brei zu machen, der in den Sandtrichtern
verfault..."
(Bild stellt eine Szene aus Wolfgang Borcherts Drama "Draußen vor der Tür" dar)




