Krieg
– ein Naturgesetz?
Im folgendem soll die Behauptung, dass der Krieg ein
Naturgesetz ist und dass es sich beim Menschen lediglich um
ein kämpfendes Tier handelt, widerlegt werden.
Die Behauptung, dass es in der Natur aller Lebewesen liege, zu kämpfen,
weise ich schon anhand der Tatsache zurück, dass man im Reich
der Tiere selten auf Heerscharen von Tieren stößt,
die gegeneinander ankämpfen. Dies ist allerhöchstens
bei bestimmten Insektenarten (z.B. Ameisen und Termiten) zu
verzeichnen. Aber gleichzeitig ist es auch hier bedeutsam, dass diese
Insekten mit Angehörigen ihrer eigenen Art keinen Krieg
führen, sondern nur mit Angehörigen einer anderen
Tierart. Somit ist der Mensch einzigartig darin, mit Artgenossen Krieg
zu führen. Ansonsten findet ein Kampf in der Natur immer nur
zwischen einzelnen Individuen statt und nicht wie bei uns Menschen
zwischen ganzen Nationen. Solche Zweikämpfe werden in der
Hitze der Leidenschaft geführt, unter dem Stress von Hunger
und Sexualtrieb, und haben deshalb keinerlei Ähnlichkeit mit
dem Krieg, der einen Massenmord darstellt und auf makabere Weise
kaltblütig vorbereitet wird. Zwar bekämpfen sich
Menschen schon seit Lebzeiten, sei es um Macht oder Anerkennung, doch
sehe ich deutlich, dass wir vernunftbegabte Wesen sind, die
eigenständig denken und handeln können. Es ist am
Menschen, und am Menschen alleine, zu entscheiden, ob er sich gewaltsam
mit einem Mitmenschen auseinandersetzen will oder den Weg der
friedlichen Lösung sucht. Wir unterliegen nicht dem Zwang ein
anderes Wesen zu töten, um unsere Existenz zu
sichern. Der Massenmord ist ebenso wenig notwendig wie der
Mord am einzelnen. Und würde jetzt einer behaupten, dass der
Mensch schon seit Urgedenken Kriege führt, so wage ich dies zu
bezweifeln. Denn auch heute noch gibt es Naturvölker, wie z.B.
die Aboriginies und die Eskimos, für die das Wort
„Krieg“ völlig fremd ist. Und es
ist auch nicht gesagt, dass es bei den zivilisierten Völkern
schon immer Krieg gab. Die Zivilisation des Indus-Tals war so reich und
hochentwickelt wie die der Sumerer und Ägypter. Trotzdem hat
man bei Ausgrabungen weder waffenähnliche Gegenstände
noch Spuren von Befestigungsanlagen gefunden. Die Geschichte lehrt,
dass der Krieg nicht unvermeidlich ist. Es liegt an uns, welchen Weg
wir gehen um Konflikte zu lösen. Wo ein Wille ist, da ist auch
ein Weg.
24.08.2002
- inspiriert durch Aldous Huxley: "Plädoyer für den
Weltfrieden" und "Enzyklopädie des Pazifismus" (1936
geschrieben!!)




