Wie
ist das möglich?
Dass Menschen Kriege führen? Dass Menschen Waffen herstellen,
Bomben, Granaten, Gewehre, Gas? Dass sie daran arbeiten bessere,
schnellere und sauberere Waffen herzustellen – wissen sie
denn
nicht,
dass diese Waffen Menschen töten werden? Wie ist
das möglich, dass Menschen in den Krieg ziehen? Dass sie
tatsächlich losgehen, in ein Land, dass nicht ihnen
gehört, um etwas zu erreichen, was sie sich in den Kopf
gesetzt haben zu erreichen? Wie ist es möglich,
dass Menschen andere Menschen
wie Tiere zusammenpferchen, wie minderwertiges Leben behandeln, auf
andere Menschen herabschauen, als seien sie des Lebens nicht
würdig? Wie kann ein Mensch im Gegenüber den Menschen
übersehen? Ihn gar nicht mehr als Mensch wahrnehmen?
Ein Messer nehmen, und den Hals durchtrennen, dem Kind ins Gesicht
treten, die Frau vergewaltigen? Wie kann ein Mensch Bomben auf ein Land
werfen? Wie geht das, dass er den Befehl
„Schießen!“ geben kann, zu wissen, dass
dieser Schuss Menschenleben kostet? Wie kann ein Mensch den Befehl
„Schießen!“ befolgen, ahnt er denn nicht,
was eine Bombe anrichtet? Wie kann das sein? Dass Menschen wissen, dass
ein Krieg schrecklich ist, und dass sie dennoch
in den Krieg ziehen? Wissend, dass sie dort Menschen töten
werden? Wie geht das, dass man weiß, dass Waffen zum
Töten da sind, Bomben zum Vernichten, Panzer für den
Krieg – wie kann man das alles wissen, und dennoch
Waffenrüstung verlangen? Dennoch weiter Armeen aufbauen?
Dennoch der Armee beitreten? Wie geht das, dass man
„ja“ und „amen“ sagt, dass man
das Vorgekaute runterschluckt, dass man Lügen einfach einatmet
und für wahr nimmt? Wie kann man in den Krieg ziehen? Wie kann
man jemandem zujubeln, der einen Krieg propagiert, der einen Krieg
führt? Auf dessen Befehl Tausende in den Krieg ziehen um
–schlimmer noch- Abertausende zu töten? Wie kann man
Parteien wählen, die für den Krieg sind und
für den Aufbau von Armeen – sieht man denn den
Zusammenhang zwischen Rüstung und Mord nicht?
Und
wenn man erst im Krieg ist, dann wird man seine Menschlichkeit
unterdrücken müssen, um zu überleben. Der
Mann
gegenüber, der hat kein Gesicht mehr, der ist nur eine Ziffer
auf dem Papier. Ein Toter mehr. Was macht das
schon. Die Angst, selbst getroffen zu werden, macht einen bestimmt
wahnsinnig.
Man will doch noch nicht sterben. Man hat doch noch sein Leben zu
leben. Also schieß, kleiner Soldat, schieß um dein
Leben, schieß alle Menschen um dich tot, denn das ist ja
deine Aufgabe. Mann um Mann, Leben um Leben. Ratter tatter, ratter
tatter. Tot. Man schießt und tötet nicht mehr in dem
Bewusstsein, nun ein Menschenleben auszulöschen; man rettet
nur noch sein eigenes. Soldaten ziehen
in den Krieg um zu morden, keine andere Aufgabe haben sie, als zu
morden, im Auftrag derer die sie geschickt haben. Sie sollen nicht
denken, nicht in Frage stellen. Sie sollen nicht zweifeln, sie sollen
nur schießen. Ein Krieg führt immer ins
Verderben. Selbst die Sieger sind die Verlierer und sie führen
Siegesmärsche auf, als gäbe es all die Toten nicht,
die für diesen Sieg ihr Leben lassen mussten: die Toten, die
kämpften, und die Bekämpften, die nun tot sind. Der
soll nicht jammern, der in den Krieg zog, um töten zu lernen!
Wie geht das nur, dass der Mensch so unmenschlich sein kann?
Liebe Menschen, soweit ihr die Wahl habt, macht bitte von
dieser
Entscheidungsfreiheit auch Gebrauch. Denn Krieg ist nur mit den
Soldaten möglich - und auch nur mit den zahlreichen Helfern
und
Helferinnen, die dem Kriegstreiben Stütze bieten.




